„Erfolg kann man nur mit Demut und Dankbarkeit begegnen!“

Unternehmerzirkel 2021

Dr. Anna Souksengphet

Dr. Anna Souksengphet

Marketing & PR

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Was macht Familienunternehmen heute und in der Zukunft erfolgreich? Eine durchdachte und umsetzbare Strategie, neue Geschäftsmodelle, Transformation und Anpassungsfähigkeit in einer zunehmend volatilen Welt sowie Customer Centricity tragen unbestritten zum Erfolg bei. Beim 1. Unternehmerzirkel der WeissmanGruppe im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer in Fürth waren sich die Referenten und Teilnehmer*innen zudem einig: Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Menschenbild in Unternehmen kommt die wichtigste Rolle zu.

 
„Wir sind überzeugt, dass das richtige Menschenbild mit langfristigem Unternehmenserfolg zu tun hat“, betont Michael Horsch, Gründer und Geschäftsführer der HORSCH Maschinen GmbH. Mit seiner Vision, Landmaschinen zu bauen, die einen pfluglosen Ackerbau ermöglichen, gründete er in den 80er Jahren das Unternehmen, das heute über internationale Produktionsstandorte sowie 2500 Mitarbeiter verfügt und im letzten Jahr fast 500 Millionen Euro erzielte. Sein Erfolgsgeheimnis? Michael Horsch setzt auf eine authentische Führung und vergleicht diese bildhaft mit einem Hefeteig: „Unsere Mitarbeiter*innen sind die Rosinen in diesem Teig. Und wir kneten ihn so, wie wir ihn gerade brauchen; wenn zum Beispiel eine neue Produktlinie entwickelt und eingeführt wird. Bei solchen Veränderungen werden die Rosinen umhergeschoben, was bei sicherheitsbedürftigen Mitarbeitenden für Missbehagen sorgt.“ Von Zeit zu Zeit sei solch ein Knetvorgang jedoch nötig, Starre wolle er unbedingt vermeiden. Dabei ist ihm wichtig, dass die Mitarbeiter*innen als Menschen gesehen wird und nicht als Jobtitel auf der Visitenkarte; „Visitenkarten und Titel sollten abgeschafft werden und erst recht Organigramme!“ HORSCH ist weltweit führender Hersteller von innovativer Landtechnik und aus dem Familienunternehmen ist mittlerweile ein Konzern geworden. Michael Horsch mahnt jedoch, bei allem Erfolg nicht in einen Wachstumswahn zu verfallen, denn „Erfolg kann man nur mit Demut und Dankbarkeit begegnen!“
 
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Beim Energiedienstleister infra fürth definiert Geschäftsführer Marcus Steurer auf dem Weg zum Ziel „Stadtwerke 4.0“ Organisationsentwicklung und Personalstrategie als die Grundlage für ein zukunftsfähiges Unternehmen. Motivierte und kompetente Mitarbeitende bilden dabei das Fundament, die Führungskräfte bauen als Vorbilder (nicht zwingend Vorgesetzte!) die Mitarbeitenden auf und nehmen selbst an einer Führungskräfteentwicklung über mehrere Module teil. Nicht zuletzt muss die Organisation werthaltig sein. Dafür hat die infra fürth ein kundenorientiertes Prozessuniversum entwickelt, aus dem u.a. Handlungsfelder je Prozess abgeleitet werden. Als äußerst wichtig erachtet Marcus Steurer dabei die Einführung der Rolle des Strategischen Prozessverantwortlichen, der über alle Geschäftsmodelle hinweg mit Markt- und Kundenkenntnis, innovativer Denkweise, Kundenorientierung und Veränderungsinitiative als strategischer Vordenker fungiert. Im Prozessuniversum aus wertschöpfenden, unterstützenden, strategischen und Prüf-Prozessen spielt nach Marcus Steurer außerdem die interne Kommunikation eine zentrale Rolle und liegt in den Händen einer Person als direkter Kommunikator zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitenden. Ob mit einer Plakataktion, die auf Mitarbeitende als Markenbotschafter setzt, Events für Kunden und Interessierte oder einem internen Ideenwettbewerb zur Leitbildentwicklung – es sei wichtig Leitwerte zu leben und nach außen sichtbar zu machen: „Mit kleinen Dingen können wir Menschen bewegen.“
 
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In seinem Vortrag „Was Manager von der Natur lernen können – Erfolgsmodell Evolutionsbiologie“ macht Prof. Dr. Arnold Weissman deutlich, dass neben der Anpassungsfähigkeit an Trends als Erfolgsprinzip ein Unternehmen stets als Organismus gesehen und geführt werden sollte, statt es in Organigramme zu pressen. In den Expertenrunden diskutierten die Teilnehmer*innen mit ihm, Prof. Dr. Heinrich von Pierer („Mr. Siemens“) und Holger Schwiewagner (Geschäftsführer der Spielvereinigung Greuther Fürth) darüber, wie erfolgreiche Unternehmen funktionieren, was diese ausmacht und weshalb einige den Weg zu den Besten schaffen, während andere scheitern. Insbesondere in der Heimkabine der Fürther Fußballspieler lagen Vergleiche und Fragen an den Geschäftsführer des Erstligisten nach dem Umgang mit Misserfolg in der aktuellen sportlichen Situation sowie nach Arbeitgeberattraktivität und der Motivation von Top-Mitarbeitern in Krisenzeiten, unter Corona-Bedingungen und bei vorherrschender Abwerbungsproblematik. Holger Schwiewagner setzt auf den Dreiklang aus Kontinuität, einer klare Zukunftsvision und eines authentischen Wertegerüsts.
 

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Die persönlichen Einblicke der Referenten und Experten in ihre Unternehmen machten deutlich, dass das Leben und Ausleben von Werten durch die Menschen im Unternehmen den Erfolg ausmacht und inspirierten die Teilnehmer*innen, sie zu beherzigen und umzusetzen. So fasste Christina Diem-Puello, Geschäftsführerin der Deutsche Dienstrad GmbH, treffend zusammen: „Es war ein so großartiger Tag bei Euch und mit allen inspirierenden Rednern wie Unternehmern! Ein toller Impuls für meinen persönlichen Jahresendspurt!“

Impressionen:

 
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